Greetings from USA 2 - Emma Jung berichtet von ihrem Austauschjahr

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Emma Jung aus Kaltenholzhausen, die Gabi Weber für das Parlamentarische Patenschaftsprogramm des Bundestages auswählen konnte, meldet sich mit einem weiteren Bericht aus Houston, Texas:

Seit mehreren Monaten bin ich jetzt schon in den USA, und damit auch zwei Monate weg von meiner Familie, meinen Freunden und meinem gewohnten Umfeld. Da jede Woche von vielen Ereignissen und neuen Bekanntschaften geprägt ist, vergeht die Zeit so schnell, dass es mir vorkommt, als wäre ich erst vor einigen Tagen hier angekommen.

Trotzdem hat mich die Routine und Gewohnheit schon vollkommen eingeholt, sodass sich ein normaler Alltag eingestellt hat und ich sogar angefangen habe auf englisch zu denken und zu träumen.

Letzten Monat habe ich zum ersten Mal meinen Geburtstag ohne meine Familie und ohne unsere “Rituale und Traditionen” von zu Hause gefeiert, doch so wie wir sie in meiner Familie haben, hat sie auch meine Gastfamilie. Am Abend vor meinem Geburtstag sind wir essen gegangen und haben meinen, wie meine Gastmutter ihn nannte, “German Birthday”, gefeiert, denn wegen der Zeitverschiebung hatte ich ab 17.00 Uhr, Texas Zeit, Geburtstag. Am nächsten Morgen wurde ich mit riesigen Happy Birthday Schildern  im Vorgarten erwartet und da meine Gastmutter ursprünglich aus Mexiko kommt, hat sie eine typisch Mexikanische Geburtstagstorte besorgt, eine “tres leche cake”.

Am Abend besuchten einige Freundinnen und ich das Open air Theater im Stadtpark und sahen uns ein Ballettaufführung an. Rundum war dies ein wirklich sehr gelungener Geburtstag den ich mit Sicherheit nie vergessen werde!

Am nächsten Wochenende veranstaltete YFU, meine Austauschorganisation, das erste gemeinsame Treffen, eine sogenannte arrival orientation. Alle Austauschschüler, die aus vielen verschieden Ländern der ganzen Welt zusammen mit YFU in die Stadt Houston gereist sind, haben sich dort zusammen mit ihren Gastfamilien getroffen. Wir haben über unsere Ankunft, die Gastfamilien, sowie kulturelle Unterschiede gesprochen. Außerdem sind wir alle möglichen Notfallsituationen und Kontakte vor Ort durchgegangen, damit wir auf alle eventuellen Ereignisse vorbereitet sind.Während jedem YFU Event besteht eine strenge Regel und diese lautet: Englisch! Da es des öfteren vorkommt, dass dort Schüler aus dem selben Land aufeinander treffen, soll somit eine Gruppenbildung nach Herkunft vermieden werden und mit dieser Regelung funktioniert es ziemlich gut.

Im Allgemeinen ist YFU Houston sehr engagiert und die vielen freiwilligen Helfer versuchen alles um so viele Events und Treffen wie möglich zu organisieren und uns Jugendliche aus der ganzen Welt näher zusammen zu bringen.

In den vergangenen Wochen habe ich auch schon einiges mit anderen Austauschschülerinnen aus Frankreich, Norwegen aber auch Deutschland unternommen. Auch wenn wir aus unterschiedlichen Ländern kommen, erleben wir alle das Gleiche und können uns über unsere Erfahrungen austauschen. Das ist ein weiterer Aspekt, der ein Auslandsjahr zu einer unglaublichen Möglichkeit macht um Freunde aus der ganzen Welt zu finden.

Am nächsten Wochenende konnten wir uns für ein ebenfalls von YFU organisiertem Halloween Camp, etwa zwei Stunden von Houston entfernt anmelden. Dort haben wir Kürbisse geschnitzt, einen Kostümwettbewerb veranstaltet und viele andere Spiele gespielt und natürlich über alles Mögliche gesprochen.

Am dritten Oktoberwochenende stand der große “Homecoming” an. Das ist eines der alljährlichen großen Events an amerikanischen High Schools. Neben dem Höhepunkt, nämlich dem großen Schulball gibt es beim Homecoming eine ganze Woche voller spannender Aktivitäten inklusive einem der wichtigsten Football Spiele der Saison.

Angefangen hat die Woche mit unterschiedlichen Mottotagen, an denen sich viele Schüler/-innen entsprechend verkleidet haben. Am Freitag drehte sich dann alles um das Football Spiel. Der Unterricht wurde gekürzt, damit sich die ganze Schülerschaft in der Sporthalle versammeln und mit Hilfe der Cheerleader bei einer sogenannten “pep rally” gute Stimmung verbreiten kann.

Hier in Texas gibt es noch eine besondere Tradition, denn alle Mädchen tragen zu diesem Anlass sogenannte Mums und Jungen Garter. Das sind trophäenartige Schleifen, die man für sein Date gestaltet und personalisiert. Vor dem Football Spiel werden die Mums an die Mädchen und die Garter an die Jungs von ihren jeweiligen Verabredungen vergeben. Diese werden dann das ganze Spiel getragen und nachher als Erinnerung aufbewahrt.

Am nächsten Tag bereiten sich alle auf den Abend vor. Die meisten Mädchen lassen sich die Haare, Nägel und das Make up professionell machen. Am Nachmittag haben wir uns mit unseren Freunden getroffen und sind dann gemeinsam zu einem Fototermin gefahren. Danach waren wir in einem Restaurant, in dem wir einen Tisch reserviert hatten essen und sind später zu dem Ball.

Die Cafeteria war nicht mehr zu erkennen. Die ganze Deko und der DJ haben zu einer sehr festlichen Stimmung beigetragen, sodass für einen Abend keine Spur von Schulalltag zu sehen war. Es war sehr aufregend und eindrucksvoll, solch ein Wochenende mitzuerleben und diese Erfahrung zu machen.

Seit Anfang Oktober sind in meiner Nachbarschaft alle Häuser sehr auffällig und gruselig dekoriert, denn Halloween steht vor der Tür!

Wo man nur hinschaut, es begegnen einem die gruseligsten und kreativsten Ideen. Alle Veranstaltungen sind unter dem Motto Halloween und sogar unsere Kirchengemeinde hat einen Kürbisverkauf organisiert. Der Gewinn wird für die jährlichen “Mission trips” der Kirche genutzt. Dort habe ich einige meiner Nachmittage verbracht und als eine von vielen Freiwilligen Kürbisse verkauft.

Alles in allem war der letzte Monat sehr ereignisreich und aufregend. Ich bin sehr gespannt auf alle kommenden Erfahrungen und Erlebnisse!

 

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