Wie gehts weiter auf der Westerwälder Seenplatte?

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In den letzten Monaten kam es an der Westerwälder Seenplatte immer wieder zu Unmut und Diskussionen. Während viele Besucher Trendsportarten wie Surfen oder Stand-up-Paddling (SUP) für sich entdeckten, kämpft der Naturschutzbund (Nabu) um das EU Vogelschutz- und Flora-Fauna-Habitat (FFH)-Gebiet.

Mainz. Am Mittwoch, dem 24. August, folgten Ines Noll der Nabu-Stiftung und Cosima Lindemann, Vorsitzende des Nabu Rheinland-Pfalz, der Einladung durch den heimischen SPD-Abgeordneten und Landtagspräsidenten Hendrik Hering nach Mainz. In einem gemeinsamen Gespräch mit Dr. Erwin Manz, Staatssekretär des Umweltministeriums, wurden die Interessenkonflikte rund um die Westerwälder Seenplatte thematisiert. Nachdem die Nabu-Stiftung als neuer Eigentümer der Westerwälder Seenplatte fungiert und vom Land Rheinland-Pfalz mit der „langfristigen Sicherung der Seen der Westerwälder Seenplatte als EU Vogelschutz und Flora-Fauna (Habitat)-Gebiet“ beauftragt wurde, wurden nun die ersten Veränderungen notwendig. Veränderungen und neue Regelungen, die bei einigen Besuchern auf Missfallen stoßen.

Eine dieser Veränderungen war das Verbot von Stand-up-Paddling (SUP) und Surfen auf den Seen. Während Schwimmen, Bootfahren und auch Camping nach wie vor erlaubt sind und das auch bleiben, kam es zum Aus für SUP und Surfen. „Wir haben in der letzten Zeit mitbekommen, dass es zu kontroversen Debatten ums Stand-up-Paddling und ums Surfen auf den Seen gekommen ist“, erklärte Hering seine Einladung der betreffenden Stellen nach Mainz. „Gerade, wenn es um die Menschen in der Heimat geht, möchte ich verstehen, warum welche Maßnahmen ergriffen werden, vor allem, wenn sie unbeliebt sind. Grund genug, dass ich mich einmal mit dem Nabu Landesverband, der Nabu-Stiftung und dem Umweltministerium des Landes treffe, um hierüber zu sprechen“, so Hering.

Klar ist, dass die nun offiziell verbotenen Sportarten auch in der Vergangenheit nie legal dort betrieben worden sind. Es habe zwar eine Genehmigung des alten Eigentümers gegeben, eine Zustimmung der Umweltschutzbehörden hätte es allerdings nie geben können, da diese Sportarten im Vogelschutzgebiet nicht gestattet werden können. Schwimmen, Bootfahren oder Camping sind erlaubt und werden auch zukünftig erlaubt bleiben, bei Surfen oder SUP sei dies jedoch nicht möglich. 

Durch das angekündigte Projekt der Besucherlenkung und der geplanten Verlegung einiger Wanderweg-Abschnitte wurden auch hier einige Menschen hellhörig. Nach dem Verbot von Surfen und SUP befürchtete man, dass auch das Wandern und Spazieren an den Seen eingeschränkt werden würde. Hier gibt es aber Entwarnung, denn die aktuell bestehenden Wege werden erhalten bleiben. An einigen Stellen wurden Veränderungen vorgenommen, die durch das Vogelschutzgebiet vorgeschrieben. Durch ein Konzept, das mit der Region und allen Beteiligten eng abgestimmt wird, soll durch Aussichtsplatformen die Erfahrbarkeitz der Naturschönheit Westerwälder Seenplatte verbessert werden. Ab 2023 ist hierfür die Umsetzung geplant.

Der Nabu wird in Freiligen ein Projektbüro einrichten, in dem zwei Ansprechpartner ständig zur Verfügung stehen. Hierdurch wird deutlich, dass dem Nabu an einem engen Kontakt zur Region gelegen ist. „Mit diesem Treffen konnten einige Fragen ausgeräumt werden und ich bin zuversichtlich, dass die Sanierungsschritte sowie das Besucherkonzept auf breite Zustimmung stoßen werden“, freut sich Hering abschließend.

 

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